bogen_1200x400_deutsch_3

Neuropsychologie

NRK Aachen Ambulante Neurologische Rehabilitationsklinik

Neuropsychologie und Fahreignung

Fahrschule_D

In der neuropsychologischen Rehabilitation besteht zudem die Möglichkeit die Fahreignung eines Erkrankten aus neuropsychologischer Sicht überprüfen zu lassen. Die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges umfasst die körperliche, geistige und charakterliche Eignung eines Menschen. Durch neurologische Erkrankungen und ihre neuropsychologischen Folgeerscheinungen (z.B. verlangsamte Reaktionsfähigkeit, starke Ablenkbarkeit, Lähmungen, gestörte Aufmerksamkeitsfunktionen und/oder spezifische Ausfälle im visuellen Gesichtsfeld) kann die Fahrtauglichkeit der Betroffenen vorübergehend, längerfristig oder gar dauerhaft gefährdet, bzw. einschränkt sein.

Der Gesetzgeber nimmt hierbei jeden Betroffenen in die Vorsorgepflicht:

„Wer sich infolge körperliche oder geistige Mängel nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen, wenn in geeigneter Weise Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet. Die Pflicht zur Vorsorge….obliegt dem Verkehrsteilnehmer selbst oder einem für ihn Verantwortlichen“

In der Praxis bedeutet dies, dass jede Person mit Schädigungen des zentralen Nervensystems dazu angehalten ist, seine Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges überprüfen zu lassen. Das Führen eines Kraftfahrzeuges ohne ausreichende kognitive Voraussetzungen kann im Ernstfall strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Durch gezieltes neuropsychologisches Training kann die durch kognitive Störungen verlorengegangene Fahreignung oftmals wiedererlangt werden. Nicht selten wird zusätzlich noch eine praktische Fahrprobe empfohlen, um die Fahreignung in der Praxis durch einen entsprechend geschulten Fahrlehrer beurteilen zu können.

Führer von PKW und Motorrad (Führerscheingruppe I) werden anders beurteilt als LKW-Fahrer und Taxifahrer (Personenbeförderung), bei denen strengere Richtlinien gelten.

Es kann also sein, dass die Fahrtauglichkeit für die Führerscheingruppe I besteht oder wiedererlangt wird, die Fahrtauglichkeit für die Führerscheingruppe II aber weiterhin nicht besteht (z.B. nach einem Schlaganfall, Parkinson-Syndrom). Dies kann Folgen für die berufliche Tätigkeit haben und in einigen Fällen eine Umschulung erforderlich machen.